Köhlernachfolge: Das Lagerdenken hat im Netz ausgedient

Seit dem Host Köhler überraschend zurückgetreten ist, wird überall fleißig über die Nachfolge diskutiert. Während bis zum gestrigen Tag Ursula von der Leyen favorisiert wurde, scheint dies heute nicht mehr so sicher zu sein. Gerade aus der netzaffinen Welt regte sich verständlicherweise Widerstand. Interessanterweise haben die FDP Politker Jürgen Koppelin und Sebastian Blumenthal jetzt auch Bedenken. Auch wenn von der Leyen noch nicht vom Tisch zu sein scheint, so sind die diskutierten alternativen Wulff und Schäuble auch nicht viel besser. Sie würden direkt aus der aktiven Parteipolitik  in ein Amt gehoben, was sie als Integrationsfigur und Repräsentanten des ganzen Landes eigentlich disqualifiziert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Guildo_Horn

Horst Köhler bei der Arbeit (Quelle Wikipedia)

Interessanterweise favorisieren viele Internetschreiber trotz der eher internetfeindlichen Politik der CDU, viele CDU Mitglieder zu ihren Favoriten. So kann sich Markus Weber, und auch meine Wenigkeit, durchaus einen Bundespräsidenten Klaus Töpfer vorstellen. Immerhin hat der ehemalige Untergeneralsekretär der Vereinten Nationen und gelernte Volkswirtschaflter sowohl die notwendigen diplomatischen Fähigkeiten, als auch die in der Wirtschaftskrise notwendige Kompetenz. Weiterhin setzt er sich für Umwelt- und Klimaschutz ein und vertritt eine eher grüne Energiepolitik. Damit könnte auch weitgehend die Opposition leben. Frank Rieger und Malte Welding haben Hans-Jürgen-Papier ganz oben auf ihrer Favoritenliste, der sich besonders um das Urteil über die Vorratsdatenspeicherung verdient gemacht hat. Der Spiegelfechter, welcher nun wahrlich nicht als glühender Konservativer bekannt ist, hat durchaus wohlwollende Worte für Geißler, Töpfer und Lammert übrig. Auch Udo Vetter, welcher laut eigener Aussage bis zu NRW-Wahl immer FDP gewählt hat, kann sich einen Joschka Fischer als Bundespräsidenten vorstellen. Eine nette Idee hatte Martin Oetting, der anstatt der destruktiven “Not my President” Kampagne versucht, einen besseren Kandidaten über seinen Blogpost zu finden. Dort zeichnet sich auch eine Präferenz für Joschka Fischer ab. Wer leider völlig in den Medien untergeht, sind auch Gerhart Baum und Burkhard Hirsch, die sicher auch respektable Kandidaten wären, aber durchaus auch in einigen Blogkommentaren zu finden sind.

Dies alles zeigt, das zumindest im Netz parteipolitische Präferenzen weit weniger den Ausschlag für die Kandidatenfrage geben, als die unterstellte Kompetenz und Integrationsfähigkeit. Warum, liebe CDU schickst Du dann solche umstrittenen Leute wie Schäuble und Leyen ins Rennen, wenn selbst die Jungen CDU-Abstinenzler durchaus gute Leute in euren Reihen sehen? Ein bisschen netzpolitische PR gibts dazu noch gratis.

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